„Was kostet denn so eine Website bei euch?" – die häufigste Frage in unseren Erstgesprächen. Und gleichzeitig die, auf die man keine seriöse Pauschalantwort geben kann. Eine Website kann 0 € kosten (selbst gemacht mit einem Baukasten) oder 50.000 € (individuelles System mit Anbindungen). Beides ist valide.
In diesem Artikel zeigen wir ehrlich, was eine Website wirklich kostet – inkl. laufender Folgekosten, die in Angeboten oft unter den Tisch fallen. Damit du entscheiden kannst, was für dein Projekt die richtige Preisklasse ist.
Warum es keinen Festpreis gibt
Eine Website ist kein Produkt wie ein Auto. Zwei Sätze ändern den Preis dramatisch:
- Was soll sie tun? (Reine Visitenkarte? Online-Shop? Kundenportal?)
- Wer pflegt sie? (Du selbst? Wir? Jemand anders?)
Aus diesen beiden Fragen ergeben sich fünf realistische Preisklassen für den deutschen Markt 2026. Alle Preise sind Nettopreise.
Preisklasse 1: Baukasten · 0–500 € einmalig
Wix, Jimdo, Squarespace, WordPress.com. Du klickst dir selbst eine Website zusammen.
Enthalten:
- Template-Design (hunderte verfügbar)
- Hosting beim Baukastenanbieter
- Einfache Text- und Bildpflege
Laufende Kosten:
- Abo: 15–40 € pro Monat = 180–480 € pro Jahr
- Nach 3 Jahren hast du also 540–1.440 € bezahlt und besitzt nicht einmal deine Website
Für wen geeignet:
- Vereine, Hobbyprojekte, Pop-up-Seiten
- Freelancer ohne echte Akquise-Ambitionen
Nachteile, die dich später einholen:
- Schlechte SEO-Rankings (generische Templates, langsame Ladezeiten)
- Eingeschränktes Design – du siehst aus wie 10.000 andere
- Kein Zugriff auf den Code, keine Portabilität
- Stoppst du das Abo, ist alles weg
Preisklasse 2: Einsteiger-Agentur · 1.500–3.500 € einmalig
Eine kleine Agentur oder ein Freelancer nimmt ein WordPress-Theme, passt Farben und Texte an, fügt deine Logos ein.
Enthalten:
- 3–7 Unterseiten (Home, Über, Leistungen, Kontakt, Impressum)
- Responsive Design (läuft auf Handy)
- Kontaktformular
- Basis-SEO (Meta-Titel, keine Content-Strategie)
Laufende Kosten:
- Hosting: 10–30 € pro Monat
- WordPress-Wartung: 30–80 € pro Monat (Plugin-Updates, Sicherheits-Patches)
- SSL + Domain: 20 € pro Jahr
- Gesamt laufend: 600–1.400 € pro Jahr
Für wen geeignet:
- Kleine lokale Handwerksbetriebe
- Nebenberufliche Selbstständige
- Projekte mit klarem Budgetlimit und geringem Wartungsbedarf
Was du hier nicht bekommst:
- Individuelles Design (alles Template-basiert)
- Echte SEO-Optimierung für deine Region
- Performance-Tuning (Ladezeiten unter 1 Sekunde)
- Anpassungen über den Theme-Rahmen hinaus
Preisklasse 3: Professionelle Website · 4.000–8.000 € einmalig
Die Preisklasse, die für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen sinnvoll ist. Individuelles Design, solide Programmierung, SEO von Tag eins.
Enthalten:
- Individuelles Design ohne Template – abgestimmt auf deine Marke
- 8–15 Unterseiten inkl. Leistungsseiten mit eigener SEO
- Responsive + Performance-Optimierung (Ladezeit unter 1,5 Sekunden)
- On-Page-SEO: Meta-Titel, Schema.org, saubere URL-Struktur
- Kontaktformular mit Spam-Schutz
- DSGVO-konforme Integration von Tools (Analytics, Cookies)
- Einweisung zur Selbst-Pflege oder CMS (z.B. Netlify CMS, Decap)
Laufende Kosten:
- Hosting + CDN: 0–20 € pro Monat (bei statischen Sites sogar kostenlos auf Netlify)
- Kleine Anpassungen: 40–120 € pro Monat (Stundensatz-basiert)
- Domain: 15 € pro Jahr
- Gesamt laufend: 200–1.600 € pro Jahr
Für wen geeignet:
- Heilpraktiker, Physiotherapeuten, Kosmetikstudios
- Steuerberater, Anwälte, kleine Kanzleien
- Handwerksbetriebe mit Anspruch
- Coaches und Beratungsunternehmen
Was du hier konkret bekommst (Beispiel aus unserer Praxis): Bei uns fällt diese Klasse komplett ohne WordPress raus. Wir bauen statische Sites mit Eleventy oder dem jeweils passenden Tool – 0 € Hosting, 100/100 PageSpeed, kaum Wartungsbedarf.
Preisklasse 4: Website + Anwendungen · 9.000–20.000 € einmalig
Hier kommt Funktionalität ins Spiel, die über eine reine Präsentations-Website hinausgeht.
Enthalten (alles der Klasse 3) plus:
- Individuelle Webanwendung (z.B. Kunden-Dashboard, Terminverwaltung, Mitgliederbereich)
- Datenbank-Anbindung mit eigener Logik
- Anbindung an externe Tools via API (CRM, Buchhaltung, E-Mail-Marketing)
- Backend mit sauberer Rechteverwaltung
- CI/CD-Pipeline für automatische Deployments
- Automatisierte Tests
Laufende Kosten:
- Hosting + Datenbank: 20–80 € pro Monat
- Monitoring: 0–30 € pro Monat
- Weiterentwicklung: je nach Bedarf
- Gesamt laufend: 400–1.500 € pro Jahr (plus Weiterentwicklung)
Für wen geeignet:
- Unternehmen mit eigenem Geschäftsprozess online
- Kanzleien mit Mandantenportal
- Kosmetikschulen mit Kursverwaltung
- Makler mit Objekt-CMS
Typisches Beispiel: Die Website eines Kunden + individuelles CRM-Light für 150 Bestandskunden mit eigenem Login-Bereich für Dokumente. Einmalig 14.500 €, laufend ca. 60 € Hosting pro Monat.
Preisklasse 5: Komplexe Systeme · 20.000 € und mehr
Plattformen, E-Commerce mit hohem Volumen, Multi-Tenant-Systeme, Integrationen in bestehende Enterprise-Landschaften.
Enthalten:
- Mehrere Benutzerrollen und Mandanten
- Skalierungs-Architektur
- SLA, Support, 24/7-Monitoring
- DevOps, Staging-Umgebung, mehrere Deploy-Stages
- Tiefe Integrationen (SAP, DATEV, Salesforce, etc.)
Laufende Kosten:
- Hosting, Monitoring, Backup: 150–800 € pro Monat
- Wartung + Weiterentwicklung: 10–30% des Initial-Budgets pro Jahr
- Gesamt laufend: 4.000–20.000 € pro Jahr
Für wen geeignet:
- Mittelstand mit Online-Geschäftsmodell
- Akademien mit Kurs- und Abrechnungssystem
- B2B-Plattformen
Die versteckten Kosten, die niemand erwähnt
In jedem Angebot unter 3.000 € fehlen meistens diese Posten. Rechne sie immer mit:
Texte: Ein Copywriter kostet 0,80–2,50 € pro Wort. Eine 8-Seiten-Website = ca. 2.500 Wörter = 2.000–6.000 €. Oder du schreibst selbst (kostet dir Zeit, oft 20+ Stunden).
Bilder: Stockfotos: 10–50 € pro Bild. Professioneller Fotograf für echte Aufnahmen: 800–2.500 €. Das macht bei 80% der Websites den Unterschied zwischen „austauschbar" und „echt".
Logo: Wenn du noch kein professionelles Logo hast: 500–2.500 €.
SSL-Zertifikat: Bei guten Hostern inklusive. Bei einigen Billig-Hostern 40–90 € pro Jahr extra.
Tracking-Setup: Google Analytics 4 + Search Console + Matomo korrekt einrichten inkl. Consent: 200–500 € einmalig oder 3–5 Stunden Selbst-Einarbeitung.
SEO nach dem Go-Live: Backlinks aufbauen, Content schreiben, Local-SEO-Pflege. 300–1.500 € pro Monat, wenn jemand anderes das macht. Ohne diese Arbeit bleibt deine Website unsichtbar bei Google.
Unsere ehrliche Empfehlung nach Größenordnung
Budget bis 1.500 €: Bleib beim Baukasten oder bau es selbst. Eine günstige Agentur-Lösung in diesem Budget ist meistens eine Themify-WordPress-Seite, die nach 12 Monaten niemand mehr pflegen will.
Budget 3.000–6.000 €: Perfekter Sweet Spot für kleine Unternehmen. Such dir eine Agentur, die ohne WordPress arbeitet – du bekommst bessere Performance, bessere SEO und geringere Folgekosten.
Budget 8.000–15.000 €: Hier darf Funktionalität rein. Prüfe, ob deine Prozesse wirklich eine individuelle Anwendung brauchen oder ob ein fertiges SaaS-Tool (Calendly, Timify, Notion) ausreicht.
Budget 15.000 € +: Such dir eine Agentur, die mindestens ein vergleichbares Projekt bereits gebaut hat. Prüfe Referenzen, nicht Portfolios.
Wie viel kostet eine Website bei Andesio?
Unsere typischen Preisrahmen:
- Einstieg (Klasse 3): 4.500–7.500 € für 8–12 Seiten, inkl. SEO-Grundlagen und ohne WordPress-Fallen
- Mit Anwendungen (Klasse 4): 9.000–18.000 € für Website + individuelles Portal/Dashboard
- Branchenspezifische Lösungen: siehe unsere Branchen-Seiten – dort zeigen wir, was in welcher Branche Sinn macht
Wir geben keine Festpreise heraus, ohne dein Projekt zu kennen – alles andere wäre unseriös. Für einen ersten Eindruck reicht aber ein 15-minütiges Gespräch. Dann können wir dir sagen, in welche Preisklasse dein Projekt fällt und was die sinnvollen Optionen sind.
Fazit: Preis ist nicht gleich Wert
Eine 1.500 €-Website, die keine Kunden bringt, ist teuer. Eine 8.000 €-Website, die jeden Monat 3 Anfragen generiert, hat sich nach einem halben Jahr amortisiert.
Der ehrlichste Maßstab für eine Website ist nicht der Preis, sondern das Verhältnis aus Initial-Kosten + 3 Jahre Folgekosten vs. generierten Anfragen/Umsatz.
Rechne das für dein Projekt durch, bevor du dich für die günstigste Option entscheidest. Meistens kommt eine vermeintlich teurere Lösung günstiger heraus – weil sie weniger Folgekosten hat und mehr Anfragen bringt.
Wenn du mit deiner Rechnung unsicher bist, schreib uns. Wir rechnen das Szenario gerne für dich durch – auch ohne dass du am Ende bei uns buchst.